MUSEUMSDORF VOLKSDORF 
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Die Saalcrew - alle Hände voll zu tun im Wagnerhof

Im Saal des Wagnerhofes feiern Paare ihre Hochzeiten, Senioren ihre Jubiläen, Firmen ihre Empfänge, Parteien und Vereine laden zu Veranstaltungen ein.
Pro Jahr sind das zwischen 80 und 90 Events. Damit sie durchgeführt werden können, braucht es im Museumsdorf vorher zahlreiche helfende Hände.

Genau genommen sind es derzeit acht. Vier Männer packen an, dazu kommen im Bedarfsfall weitere Helfer. 

Die so genannte Saalcrew richtet den Wagnerhof für die Veranstaltungen her, entsprechend der Vorgaben und Kundenwünsche. Sie stellt die Stühle, Tische, positioniert Bühne und gegebenenfalls den Flügel. 

Und baut am Ende alles wieder ab. 

Für die Ein- und Auslagerung auf den Boden ist die Lagergruppe zuständig. Gut vier Wochen vorher erhalten alle den aktuellen Vermietungsplan.

Reimer Lindemann, 87, leitet die Saalcrew seit vielen Jahren mit großem Engagement. „Es bringt einfach Spaß. Das Organisieren und Anpacken machen mir Freude“, sagt der gelernte Industriekaufmann, der während seines aktiven Berufslebens in leitenden Funktionen in der Mineralölbranche und zuletzt als Prokurist in einem Handelsunternehmen gearbeitet hat.  „Ich bin früher weltweit sehr viel unterwegs gewesen.“ 

Ein Zufall hatte ihn 2011 ins Museumsdorf geführt, denn eines Tages lag ausnahmsweise eine Ausgabe des regionalen „Heimatechos“ im Briefkasten zu Hause in Poppenbüttel. Seine Frau las darin einen Artikel, das Museumsdorf suche ehrenamtliche Mitarbeiter.  
Reimer Lindemann wurde neugierig – und hat mal „reingeschnuppert“, wie er sagt. 

Er blieb und lernte viele Bereiche der ehrenamtlichen Tätigkeit im Museumsdorf kennen, darunter die Museumspädagogik, wo er noch heute Sonderführungen anbietet. Außerdem engagiert er sich beim Plattdüütsch Krink. „Wi sackt Platt!“

„Der Reimer ist immer erreichbar“, sagen Gerhard Jeske und Thomas Steurer, die genauso wie das langjährige Crew-Mitglied Norbert Kern, der bei dem Interview-/Fototermin leider verhindert war, zur Saal-Mannschaft gehören. 

Gerade waren sie dabei, den Saal für eine Veranstaltung der Volksdorfer Kabarettgruppe „Die Spottlichter“ vorzubereiten. 
Dass sie an einem Sonnabendvormittag Stühle stellen und die Bühne aufbauen, ist für sie selbstverständlich. 

Zwar arbeitet die Saalcrew, wie alle Bereiche, immer dienstags von 8.30 bis 12 Uhr. Aber wenn es besondere Anlässe gibt, sind sie stets zur Stelle.  

Gerhard Jeske, 72, und Thomas Steurer, 68,  packen gern mit an und zeigen auf die Frage, was man denn für Voraussetzungen mitbringen sollte, auf ihre Hände. „Die brauchen wir auf jeden Fall!“ 

Ansonsten seien keine besonderen Vorkenntnisse erforderlich. Allerdings sind körperliche Fitness und Belastbarkeit unabdingbar.

Gerard Jeske war im Schaukasten des Museumsdorfes auf die Möglichkeit einer Mitarbeit aufmerksam geworden. „Ich bewarb mich. Und kann nun mit anpacken“, sagt der frühere Verkehrsmeister der Hamburger Hochbahn.  In diese Funktion kümmerte er sich unter anderem um die U-Bahn-Baustellen und Unfälle auf der Strecke. Für den Ruhestand suchte er etwas, „was man machen kann“.  Eine Zeitlang arbeitete er ehrenamtlich in der Notaufnahme des UKE. Jetzt ist es die Saalcrew im Museumsdorf.

Thomas Steurer ist seit Dezember 2025 dabei. Auch er suchte als Rentner ein neues Ehrenamt. Nachdem er einen Beitrag über das Museumsdorf bei NDR online gelesen hatte, motivierte ihn seine Freundin, sich dort zu bewerben. 

Früher hat er in der Versicherungsbranche gearbeitet und zuletzt als Projektleiter bei HEW. „Ich freue mich, dass ich hier Kontakt zu anderen Leuten habe und die verschiedenen Gewerke kennenlernen kann. Wie alle anderen in der Saalcrew fühlte ich mich von Anfang an im Museumsdorf willkommen.“ 
Gefragt nach seinen Hobbys nennt Thomas das Sammeln von Fossilien. So fand er in der Nähe von Bad Bevensen einen rund 400 Millionen Jahre alten Kugelschwamm. 
Vielleicht wird er eines Tages auch auf dem Gelände des Museumsdorfes fündig.

Edgar S. Hasse


 
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